Utopia x

8 Apr 11

„Das utopische Prinzip Hoffnung wird wahr, wenn Wolf und Schaf sich in Liebe umarmen.“
Michael Mathias Prechtl

Thomas Mores Utopia.

14 Nov 07

Vor einigen Tagen ging die Website utopia.de online. Laut der Gründerin Claudia Langer konzentriert sich utopia.de auf den so genannten strategischen Konsum. Das Geld der KonsumentInnen als entscheidende Marktmacht soll Unternehmen dazu bringen nachhaltige Produkte auf den Markt zu bringen.
Die Wirtschaftswoche schreibt:

„Strategischer Konsum“, das soll sich jetzt festhaken in der Wahrnehmung einer interessanten Zielgruppe: den kulturell Kreativen, den Neo-Ökos, den sogenannten Lohas, Menschen also, die einen „Lifestyle of Health and Sustainability“ pflegen.
Die treiben – dank hoher Haushaltsnettoeinkommen und hoher formaler Bildung – Marketingchefs großer Unternehmen sekundenschnell die Dollarzeichen in die Augen.

… und nicht nur diesen, denn vor der Anmeldung empfiehlt sich die Utopia AGB zu lesen, die einige interessante Passagen bietet, wie etwa über das Urheberrecht und das Nutzungsrecht der Einträge egal welcher Art, denn diese werden samt und sonders UTOPIA übertragen, räumlich und zeitlich unbegrenzt und

gleich in welcher Form und auf welchem Trägermedium (insbesondere Online, CD-ROM, DVD, Telekommunikations- und Datennetze, Online-Dienste, Datenbankfunktionen und Archivierung) sowie zur Veröffentlichung in Buchform. UTOPIA ist berechtigt, die eingeräumten Nutzungsrechte auch auf Dritte zu übertragen. Eine urheberrechtliche Vergütung wird nicht gezahlt.

Insofern auch ein sehr interessantes Geschäftsmodell mit user-generated Content, wie es im Fachchinesisch heißt. 😉

Ich bin kritisch und das nicht nur wegen der AGB, sondern auch weil es auf eine Konsumhaltung hinweist, die an sozialer Gerechtigkeit weltweit nur am Rande interessiert scheint, sondern eher dazu neigt, sich dem persönlichem Wohlbefinden und spiritueller Selbstverwirklichung zu widmen und nebenbei scheinbar tonnenweise CO2 zu sparen.
Denn Kulturell-Kreative, die auch Utopia-Zielgruppe sein sollen, haben nicht nur einen Blick auf das nachhaltige Produzieren und Wirtschaften, sondern sehen auch, dass die Gesellschaft sich verändern muss, was über eine Konsumrebellion nach Joseph Heath hinausgeht. So fragen sich Kulturkreative zu Recht, ob Utopia nicht ein trojanisches Pferd sei. Es wäre nicht das erste hierbei. Denn Ivyworld.de ist es ja definitv, dazu muss mensch nicht einmal erleuchtet sein.

Wikipedia zu Thomas Morus Utopia