Terror x

30 Jul 11

Sehr lesenswerter Artikel.

Dass sich dieses ideologische Gift-Gebräu auch in den des Extremismus unverdächtigen – und besonders in den wohlbetucht- „bildungsnahen“ – Kreisen der Gesellschaft großer Beliebtheit erfreut und sich das einfach gestrickte Gut-Böse-Weltbild der Neokonservativen breit entfalten konnte, liegt nicht zuletzt an den großen Terror-Anschlägen, für die Muslime verantwortlich gemacht werden. Allen voran natürlich der 11. September 2001. Auf einmal fühlte sich die islamische Bedrohung ganz real an. Sie war nicht länger Ausgeburt vermeintlich paranoider Hirne. 9/11 katapultierte die neokonservative Weltsicht auf die Haupttribüne des politischen Diskurses, in dessen Verlauf sich die anti-islamische Querfront formierte. Kein Wunder also, wenn Breivik auch als ein „Kind des 11. September“ bezeichnet wird.

via Anders Behring Breiviks Stichwortgeber und Vordenker kommen aus der Mitte der Gesellschaft | Terrorismus.

18 Mai 11

Ich glaub ja wirklich, dass die Welt an und für sich, zumindest manche, echt eine Therapie brauchen.

Die Bilder des 11. September 2001 haben sich ins Gedächtnis eingebrannt als Sinnbilder des Terrors. Der Westen, überwältigt von deren Gewalt, von der Ästhetik des Schreckens, redet mehr vom Krieg der Bilder als von Krieg. Irgendwann, nach der 1000. Wiederholung, vergisst er, um was es hier geht: um Massenmord. Die Ästhetisierung des Ereignisses geht so weit, dass es zur Kunst erklärt wird.

Übrigens bin ich der Meinung, dass die Reaktion auf 9/11 nicht bedeutend besser war. Krieg ist auch eine Form von Massenmord, nur legitimiert.

Die Kunst des Todes – Bilder des Terrors und ihre Deutung.