Krebs x

25 Jul 10

„Cancer, leukaemia and infant mortality are all increasing in the Iraqi town of Fallujah, which saw fierce fighting between US forces and Sunni insurgents, a new survey says. Still one of the most dangerous places in Iraq, doctors have been reporting a large number of birth defects since the 2004 offensive. John Simpson reports.“

BBC News – Fallujah children’s ‚genetic damage‘

10 Okt 07

Der Bundestag entscheidet über den weiteren Einsatz von Bundeswehrsoldaten in Afghanistan. Ich bezweifle, dass die Bundestagsabgeordneten sich in ihrer Gesamtheit schon einmal mit den Folgen der seit Jahrzehnten verwendeten DU-Munition auseinandergesetzt haben. Dabei war es der deutsche Professor Siegwart Horst Günther, der als Erster Erkrankungen entdeckte und beschrieb, die der Anwendung von abgereichertem Uran in DU-Munition zugerechnet werden. Er veröffentlicht nun gemeinsam mit dem Filmemacher Frieder Wagner eine Film-Dokumentation namens
Deadly Dust – Todesstaub, die die Folgen beschreibt und nachweist, dass DU-Munition eindeutig gegen die Genfer Konvention verstößt und eine Massenvernichtungswaffe ist, die sich nicht an Ländergrenzen hält, sondern aufgrund ihrer Natur weltweit verteilt und omnizide Auswirkungen hat.

Ich gehe davon aus, dass dies militärisch-industriellen Experten bekannt und es auch ein offenes Geheimnis ist, welche Folgen der Einsatz der DU-Munition nicht nur bei den Opfern, sondern eben auch bei den Anwendern hat. Trotzdem schiesst die Menge der eingesetzten DU-Munition seit dem zweiten Golfkrieg – Desert Storm genannt – in die Höhe. Damals wurden nur 300 Tonnen DU-Munition verwendet, im Jugoslawienkrieg waren es schon 4000 Tonnen. In Afghanistan und erneut im Irak wurde DU-Munition, weil vor allem panzerbrechend, verstärkt eingesetzt.

Fast überall, wo die US-Armee kämpft, setzt sie – und nicht nur sie – DU-Munition ein und gefährdet das Leben der ihr anvertrauten Soldaten, der mit ihnen kooperierenden Truppen und vor allem der Zivilbevölkerung. Krebs, Fehl- und Missgeburten sind die Folgen. Schauen Sie sich die Bilder an, die bei Politblog unter Offener Brief an Verteidigungsminister Franz-Josef Jung und die Abgeordneten des Deutschen Bundestages zu sehen sind. Und das sind nicht die schlimmsten Fotos, die die Folgen gerade bei Kindern dokumentieren. Im Netz lassen sich noch mehr finden und sie gehören ans Tageslicht, auch wenn viele betroffene Kinder schon längst tot sind.

Gestorben, weil es Idioten gibt, die an gerechte Kriege glauben, an einen Kampf gegen den Terror und denen jedes Mittel recht ist, um dies zu erreichen. Und auch und vermutlich vor allem, weil es sich an Kriegen so gut verdienen lässt.

Ein nicht zu vernachlässigender Anteil am deutschen Exportweltmeisterwunder betrifft die Rüstungsindustrie. Deutschland ist mittlerweile der viertgrößte Rüstungsexporteur weltweit.

Und darüber sollte man nicht schweigen, sondern dies anprangern. Wer Rüstungsgüter exportiert und dies geschieht seitens Europa seit Jahren verstärkt in den Nahen Osten ist als Friedensprediger unglaubwürdig. Denn er verdient an dem, was er offiziell beenden soll.

Im Mehrjahresvergleich haben die europäischen Waffendealer hingegen ihre Position bei Verkäufen in die Krisenregion Naher Osten von anfänglichen sechs auf beachtliche 27 Prozent des Gesamtvolumens ausbauen können. Richard Grimmett verweist in seinem CRS-Bericht auf eine koordinierte westeuropäische Vermarktungsstrategie durch die neugegründete Europäische Verteidigungsagentur und »die Fähigkeit europäischer Rüstungsfirmen, ihre Position im Wettbewerb des internationalen Waffenhandels substantiell auszubauen«.
Quelle: junge Welt, Händler des Todes, 9.10.2007

Hier scheint die Schweizer Bevölkerung schon weiter zu sein und ein 35 Organisationen umfassendes Bündnis unter der Führung der Gruppe für eine Schweiz ohne Armee (GSoA) sammelte in 13 Monaten genug Unterschriften für die Initiative für ein Verbot von Kriegsmaterial-Exporten. Das Volksbegehren ist formell durch und man wird darüber schweizweit abstimmen.

Die britische Amnesty International startete nun eine auf zwei Jahre angelegte Kampagne, die auf den Missbrauch von „Krieg gegen den Terror“ abzielt. Mehr Informationen unter www.unsubscribe-me.org

In einem Interview – Auszüge im Politblog – sagte Leuren Moret, amerikanische Geologin und Expertin für radioaktive Strahlung:

Es ist ein weltweiter atomarer Holocaust. Es betrifft alles Lebende. Deshalb nennen sie es «Omnizid», was bedeutet, dass es alles Lebende tötet – die Pflanzen, die Tiere, die Bakterien. Alles. (…) Die einzigen Länder, von denen wir wissen, dass sie DU verwendet haben, sind Grossbritannien, die USA und Israel. Die Vereinten Nationen haben im Jahr 1996 eine Resolution verabschiedet, dass DU-Waffen Massenvernichtungswaffen sind und gemäss Völkerrecht und allen internationalen Abkommen illegal sind.

Weitere interessante Artikel und Meldungen:
Italiens Verteidigungsminister stellte Arturo Parisi in einer Ansprache vor dem Senat in Rom am Dienstag fest, dass 255 Soldaten, die in den letzten zehn Jahren an Auslandsmissionen am Balkan, in Afghanistan, in Irak und in Libanon beteiligt waren, an verschiedenen Tumorarten erkrankt sind. 37 Soldaten starben bisher offiziell.

Auch Bundeswehrsoldaten sind an den Folgen der eingesetzten DU-Munition erkrankt. So wurde jetzt der Fall eines Leihsoldaten bekannt – siehe Politblog Artikel Bundeswehr: Deutsche Leihsoldaten als US-Söldner im Irak-Krieg verstrahlt.