Kleinwaffen x

6 Sep 09

„»Jede Minute stirbt ein Mensch durch eine Waffe, in dieser Minute werden weltweit 15 neue Waffen gebaut.« Mit Waffen lässt sich eine Menge Geld verdienen. Mhh… eigentlich keine schlechte Idee. Schließlich ist die Rüstungsindustrie gerade auch in Deutschland eine expandierende Branche mit Zukunftssicherheit. Neben großen und bekannten Unternehmen wie DaimlerChrysler oder Thyssen Krupp verdienen über 1000 deutsche Unternehmen ihr Geld mit »wehrtechnischen« Produkten. Keine Kompromisse ist ein Film, der sich auf die Suche nach der ethischen Vertretbarkeit einer solchen Produktion begibt. Ist eine Waffenproduktion in Deutschland moralisch vertretbar, nur weil sie durch Gesetzesseite geduldet und damit politisch akzeptiert ist?“

Keine Kompromisse | RIB video

16 Aug 09

Im Mittelpunkt des Filmes des Regiestudenten Jan-Hauke Hilberg von der in Ludwigsburg ansässigen Filmakademie Baden-Württemberg steht die Oberndorfer Waffenschmiede Heckler & Koch (H&K), die gemessen an der Zahl der Empfängerländer deutscher Meister bei Rüstungsexporten und Lizenzvergaben im Kleinwaffenbereich ist. Durchschnittlich alle vierzehn Minuten stirbt ein Mensch durch die Kugel aus dem Lauf einer H&K-Waffe. Die dramatischen Folgen der H&K-Gewehrexporte wird den Zuschauern von Jürgen Grässlin, Vorstandsmitglied des RüstungsInformationsBüros (RIB e.) und Bundessprecher der DFG-VK, vor Augen geführt. Der »freie« Künstler Bernd Fischer begründet, wie und warum er den »Investorpreis für Schwerbehinderte« gestaltet hat, der H&K vom Bundesamt für Arbeit verliehen worden ist. Beschäftige von Heckler & Koch und Bewohner der Waffenstadt Oberndorf verweigern zumeist eine Stellungnahme zur ethischen Verantwortung, desgleichen das Unternehmen und der Bürgermeister (!) der Stadt.

Keine Kompromisse – Ein Film von Jan-Hauke Hilberg : Rüstungs …

13 Dez 06

Der EU-Verhaltenskodex für Rüstungsexport verbietet, dass zur Ausfuhr bestimmte Geräte – also Waffen – zur internen Repression benutzt werden. Dies ist aber anscheinend in Mexiko geschehen. In dem mexikanischen Bundesstaat Oaxaca wurde mit schweren Waffen auf Demonstranten geschossen, die sehr wahrscheinlich aus der EU stammen.

Woher diese Waffen stammen, beschäftigt auch den Unterausschuß Menschenrechte im Europäischen Parlament. Grüne und Mitglieder der Linksfraktion hatten gefordert, daß die EU ihre Rüstungsexporte nach Mexiko einstellen müsse. […]
Weiter heißt es, daß die Mitgliedsstaaten bei Rüstungsexporten »besondere Vorsicht und Wachsamkeit walten zu lassen« sollen, wenn in den Bestimmungsländern »von den zuständigen Gremien der UN, des Europarates oder der EU schwerwiegende Menschenrechtsverletzungen festgestellt wurden«. […]
Weiter als der EU-Verhaltenskodex gehen die »Politischen Grundsätze der Bundesregierung für den Export von Kriegswaffen und sonstigen Rüstungsgütern« aus dem Jahr 1982. Rüstungsexporte werden demnach grundsätzlich nicht genehmigt, wenn bereits »hinreichender Verdacht« besteht, daß das betreffende Rüstungsgut zur internen Repression oder zu sonstigen systematischen Menschenrechtsverletzungen mißbraucht wird. Von »verantwortungsvoller Weitergabe« ihrer Rüstungsgüter sind Deutschland und die EU weiter entfernt denn je.
Quelle: junge Welt, Töten als Geschäft, 13.12.2006