Irak x

18 Feb 11

Baghad will wegen der Mauer, den Betonsperren und den Folgeschäden der US-Besatzung Schadenersatz und eine Entschuldigung.

Das habe, so ein Brief der Stadtverwaltung, der Stadt einen „riesigen Schaden“ zugefügt: „Die US-Streitkräfte verwandelten diese schöne Stadt in ein Camp auf eine hässliche und destruktive Weise, die bewusste Ignoranz und Sorglosigkeit gegenüber den einfachsten Formen des öffentlichen Geschmacks zum Ausdruck bringen.“

via Telepolis knews: Bagdad verlangt von den USA Schadensersatz für Schäden durch US-Truppen.

25 Jul 10

„Cancer, leukaemia and infant mortality are all increasing in the Iraqi town of Fallujah, which saw fierce fighting between US forces and Sunni insurgents, a new survey says. Still one of the most dangerous places in Iraq, doctors have been reporting a large number of birth defects since the 2004 offensive. John Simpson reports.“

BBC News – Fallujah children’s ‚genetic damage‘

5 Apr 10

The website WikiLeaks has found and decrypted a 2007 video showing a U.S. Apache helicopter firing on more than a dozen people, including two Reuters journalists. The U.S. military previously denied knowing how the journalists and civilians died.

Collateral Murder

3 Sep 09

„Ärzte und Psychologen, die an den Folterungen in Abu Ghraib, Guantanamo, Bagram und anderswo beteiligt waren, werden von der Menschenrechtsorganisation Physicians for Human Rights beschuldigt, Kriegsverbrechen begangen zu haben.“

Telepolis pnews: Experimente an Gefangenen

12 Aug 09

Aus Ex-Militärs, Paramilitärs und schießwütigen Desperados rekrutiert sich das Personal von westlichen Sicherheitsunternehmen, die heute Bagdads Grüne Zone bewachen Die Verhaftung des Mitarbeiters einer britischen Sicherheitsfirma in der Grünen Zone von Bagdad, dem die Ermordung zweier seiner Kollegen zur Last gelegt wird, hat einmal mehr ein Schlaglicht auf das Gebaren der in der irakischen Hauptstadt engagierten privaten Sicherheitsfirmen geworfen. „Sharkey“, einer dieser Dienstleister, der sechs Jahre in Bagdad gearbeitet hat, protokolliert hier seine Erfahrungen:

Wie im wilden Westen

14 Dez 07

Der harte Kampf der Kriegsdienstverweigerer – Am 13. Dezember 2007 war in der Wiener Zukunftswerkstätte Agustín Aguayo zu Gast, der für seine Überzeugung ins Gefängnis ging und in bewegenden Worten seine Erfahrungen bei einem Jahr Einsatz im Irak schilderte. Er diskutierte mit Harold Otto (Democrats Abroad), der selbst einst den Kriegsdienst verwiegerte und an Peacebuilding in Ruanda, Burundi und anderen Ländern beteiligt war und an der Universität Wien lehrt und mit den Abgeordneten Andreas Schieder (SPÖ) und Ulrike Lunacek (Grüne). Peter Hämmerle vom Internationalen Versöhnungsbund (International Federation of Reconciliation) gab eingangs einen Überblick über die Geschichte der Militärdienstverweigerung.

Lesen Sie den ganzen Artikel bei ceiberweiber.at

30 Nov 07

Mal ein paar Zahlen um die zivilen Folgekosten des Irak-Krieges:

60000 Soldaten sind seit Kriegsbeginn im März 2003 verletzt worden. Verbesserte Schutzausrüstung und Erstversorgung führen dazu, daß sie trotz schwerer Gehirn- und Wirbelsäulenverletzungen überleben. Der Anteil der Amputationen ist dem Bericht zufolge höher als in den Kriegen des 20. Jahrhunderts. Entsprechend hoch seien die Behandlungskosten sowie die Folgekosten bei Schwerstbehinderten. […] Zwischen zwölf und 20 Prozent der Soldaten leiden nach Angaben der US-Veteranenbehörde – einer Regierungseinrichtung – an posttraumatischen Belastungsstörungen und anderen psychischen Erkrankungen. Die PSR-Ärzte verweisen auf eine neuere Studie, die gar eine 25-Prozent-Quote zeigt. Betroffen sind vor allem Menschen im Alter zwischen 18 und 24 Jahren. Die Krankheit wird meistens erst spät erkannt. Bis heute kamen 50000 Soldaten in Behandlung. Da bislang 1,5 Millionen Amerikaner im Irak stationiert waren, werden die Patientenzahlen in den nächsten Jahren gewaltig nach oben schnellen. Erschwerend kommt hinzu, daß bislang eine halbe Million Soldaten mehrfach in den Irak geschickt wurden: »Diese Veteranen werden öfter krank und haben größere soziale Probleme.«
Quelle: junge Welt, Aus dem Krieg in die Psychiatrie, 30.11.2007

20 Nov 07

Laut einer CBS-Studie haben sich 2005 etwa 6000 US-Army-Veteranen umgebracht.

Die Selbstmordrate in der Gesamtbevölkerung liege bei 8,9 von 100.000 Menschen, bei ehemaligen Armeeangehörigen 18,7 bis 20,8. Unter jungen Menschen zwischen 20 und 24 Jahren liege die Rate sogar bei 22,9 bis 31,9 – und damit viermal so hoch wie bei Altersgenossen, die nicht in der Armee dienten.
Quelle: Spiegel online, US-Armee beklagt mehr Veteranen-Selbstmorde als Gefallene im Irak, 15.11.2007

17 Nov 07

Im Vergleich zum Vorjahr ist die Zahl der Deserteure um 42% gestiegen. Seit dem Beginn des Irak-Kriegs 2003 ergibt sich sogar eine Steigerung um 80%. Das geht aus den vom US-Verteidigungsministerium veröffentlichten Zahlen hervor.

Insgesamt 4698 Soldaten begingen von Ende September 2006 bis 2007 Fahnenflucht, ein Jahr vorher waren es noch 3301 Soldaten. Den Streitkräften zufolge desertierten damit neun von tausend Soldaten. Die Streitkräfte leiden durch die hohe Belastung des Einsatzes im Irak bereits an Personalmangel.
Quelle: Tagesanzeiger.ch, Neun von tausend Soldaten desertieren, 16.11.2007

Nur im Vietnamkrieg desertierten mehr US-Soldaten. Damals herrschte noch allgemeine Wehrpflicht.

30 Okt 07

blog.fefe.de schreibt in Heiligendamm 2.0:

Das FBI hat die Namen von Anti-Kriegs-Demonstranten in die „Kriminellen-Datenbank“ getan, und jetzt konnten sie nicht mehr nach Kanada reisen.

Two well-respected US peace activists, CODEPINK and Global Exchange cofounder Medea Benjamin and retired Colonel and diplomat Ann Wright, were denied entry into Canada On October third. The two women were headed to Toronto to discuss peace and security issues at the invitation of the Toronto Stop the War Coalition. At the Buffalo-Niagara Falls Bridge they were detained, questioned and denied entry.
Quelle: opednews, FBI Puts Antiwar Protesters on Criminal Database; Canada Uses It To Ban Protesters From Entry,07.10.2007

10 Okt 07

Der Bundestag entscheidet über den weiteren Einsatz von Bundeswehrsoldaten in Afghanistan. Ich bezweifle, dass die Bundestagsabgeordneten sich in ihrer Gesamtheit schon einmal mit den Folgen der seit Jahrzehnten verwendeten DU-Munition auseinandergesetzt haben. Dabei war es der deutsche Professor Siegwart Horst Günther, der als Erster Erkrankungen entdeckte und beschrieb, die der Anwendung von abgereichertem Uran in DU-Munition zugerechnet werden. Er veröffentlicht nun gemeinsam mit dem Filmemacher Frieder Wagner eine Film-Dokumentation namens
Deadly Dust – Todesstaub, die die Folgen beschreibt und nachweist, dass DU-Munition eindeutig gegen die Genfer Konvention verstößt und eine Massenvernichtungswaffe ist, die sich nicht an Ländergrenzen hält, sondern aufgrund ihrer Natur weltweit verteilt und omnizide Auswirkungen hat.

Ich gehe davon aus, dass dies militärisch-industriellen Experten bekannt und es auch ein offenes Geheimnis ist, welche Folgen der Einsatz der DU-Munition nicht nur bei den Opfern, sondern eben auch bei den Anwendern hat. Trotzdem schiesst die Menge der eingesetzten DU-Munition seit dem zweiten Golfkrieg – Desert Storm genannt – in die Höhe. Damals wurden nur 300 Tonnen DU-Munition verwendet, im Jugoslawienkrieg waren es schon 4000 Tonnen. In Afghanistan und erneut im Irak wurde DU-Munition, weil vor allem panzerbrechend, verstärkt eingesetzt.

Fast überall, wo die US-Armee kämpft, setzt sie – und nicht nur sie – DU-Munition ein und gefährdet das Leben der ihr anvertrauten Soldaten, der mit ihnen kooperierenden Truppen und vor allem der Zivilbevölkerung. Krebs, Fehl- und Missgeburten sind die Folgen. Schauen Sie sich die Bilder an, die bei Politblog unter Offener Brief an Verteidigungsminister Franz-Josef Jung und die Abgeordneten des Deutschen Bundestages zu sehen sind. Und das sind nicht die schlimmsten Fotos, die die Folgen gerade bei Kindern dokumentieren. Im Netz lassen sich noch mehr finden und sie gehören ans Tageslicht, auch wenn viele betroffene Kinder schon längst tot sind.

Gestorben, weil es Idioten gibt, die an gerechte Kriege glauben, an einen Kampf gegen den Terror und denen jedes Mittel recht ist, um dies zu erreichen. Und auch und vermutlich vor allem, weil es sich an Kriegen so gut verdienen lässt.

Ein nicht zu vernachlässigender Anteil am deutschen Exportweltmeisterwunder betrifft die Rüstungsindustrie. Deutschland ist mittlerweile der viertgrößte Rüstungsexporteur weltweit.

Und darüber sollte man nicht schweigen, sondern dies anprangern. Wer Rüstungsgüter exportiert und dies geschieht seitens Europa seit Jahren verstärkt in den Nahen Osten ist als Friedensprediger unglaubwürdig. Denn er verdient an dem, was er offiziell beenden soll.

Im Mehrjahresvergleich haben die europäischen Waffendealer hingegen ihre Position bei Verkäufen in die Krisenregion Naher Osten von anfänglichen sechs auf beachtliche 27 Prozent des Gesamtvolumens ausbauen können. Richard Grimmett verweist in seinem CRS-Bericht auf eine koordinierte westeuropäische Vermarktungsstrategie durch die neugegründete Europäische Verteidigungsagentur und »die Fähigkeit europäischer Rüstungsfirmen, ihre Position im Wettbewerb des internationalen Waffenhandels substantiell auszubauen«.
Quelle: junge Welt, Händler des Todes, 9.10.2007

Hier scheint die Schweizer Bevölkerung schon weiter zu sein und ein 35 Organisationen umfassendes Bündnis unter der Führung der Gruppe für eine Schweiz ohne Armee (GSoA) sammelte in 13 Monaten genug Unterschriften für die Initiative für ein Verbot von Kriegsmaterial-Exporten. Das Volksbegehren ist formell durch und man wird darüber schweizweit abstimmen.

Die britische Amnesty International startete nun eine auf zwei Jahre angelegte Kampagne, die auf den Missbrauch von „Krieg gegen den Terror“ abzielt. Mehr Informationen unter www.unsubscribe-me.org

In einem Interview – Auszüge im Politblog – sagte Leuren Moret, amerikanische Geologin und Expertin für radioaktive Strahlung:

Es ist ein weltweiter atomarer Holocaust. Es betrifft alles Lebende. Deshalb nennen sie es «Omnizid», was bedeutet, dass es alles Lebende tötet – die Pflanzen, die Tiere, die Bakterien. Alles. (…) Die einzigen Länder, von denen wir wissen, dass sie DU verwendet haben, sind Grossbritannien, die USA und Israel. Die Vereinten Nationen haben im Jahr 1996 eine Resolution verabschiedet, dass DU-Waffen Massenvernichtungswaffen sind und gemäss Völkerrecht und allen internationalen Abkommen illegal sind.

Weitere interessante Artikel und Meldungen:
Italiens Verteidigungsminister stellte Arturo Parisi in einer Ansprache vor dem Senat in Rom am Dienstag fest, dass 255 Soldaten, die in den letzten zehn Jahren an Auslandsmissionen am Balkan, in Afghanistan, in Irak und in Libanon beteiligt waren, an verschiedenen Tumorarten erkrankt sind. 37 Soldaten starben bisher offiziell.

Auch Bundeswehrsoldaten sind an den Folgen der eingesetzten DU-Munition erkrankt. So wurde jetzt der Fall eines Leihsoldaten bekannt – siehe Politblog Artikel Bundeswehr: Deutsche Leihsoldaten als US-Söldner im Irak-Krieg verstrahlt.

8 Okt 07

Nach Aussagen des Unteroffiziers war es ein kompletter Zug von Soldaten der deutschen Bundeswehr (Zugstärke normalerweise zwischen 50 und 70 Mann), der im März 2003 loszog und im Irak-Krieg an der Seite von US-Truppen dort eingesetzt wurde, wo Strahlenschäden zu erwarten waren.Nach Aussagen des erkrankten Unteroffiziers kam es dadurch, anders als im Vorgespräch mit Bundeswehr-Vorgesetzten angeboten: Im Anschluss an den Dienst im Irak verstarb die Hälfte seiner deutschen Kameraden dieser deutsch-amerikanischen Sondertruppe an Krebs, offenbar verursacht durch Strahlung. Die Bundeswehr habe ihm, so sagt der überlebende Bundeswehr-Zeuge, zwar auch – wie allen anderen – nach Beendigung seines US-Auftrages die Rückkehr in die Bundeswehr angeboten, doch wegen seines Zustands sei ihm zunächst die Wiederaufnahme in die Bundeswehr und damit auch jegliche Fürsorge verweigert worden. Erst später habe die Bundeswehr diese Entscheidung zurückgenommen, sich um ihn gekümmert und ihn versorgt.

Mehr Informationen und Details sind beim Politblog nachzulesen: Bundeswehr: Deutsche Leihsoldaten als US-Söldner im Irakkrieg verstrahlt
Hinweis: Die Fotos sind nichts für zarte Gemüter, aber notwendig.

19 Aug 07

Das US-Militär verzeichnet die höchste Selbstmordrate seit 26 Jahren. Besonders viele Soldaten, die im Irak und in Afghanistan dienen, wollen nicht mehr leben. Insgesamt nahmen sich im vergangenen Jahr 99 US-Soldaten das Leben, 28 davon waren am „Krieg gegen den Terror“ beteiligt, berichtete das Verteidigungsministerium in Washington am Donnerstag (Ortszeit).
Quelle: taz, Suizid nach Kriegseinsatz, 19.08.2007

13 Jul 07

Deutschlandfunk bringt am 11.09.2007 um 19:15 Uhr ein Feature über das Leben der Veteranen in den USA.

Über 25 Millionen Veteranen leben in den USA. Seit dem Zweiten Weltkrieg haben US-amerikanische Soldaten auf vier Kontinenten gekämpft. … Wie haben diese fernen Kriege die Gesellschaft daheim geprägt? Veteranen sind allgegenwärtig, nicht nur am Veterans Day. Die einen tragen ihre Orden stolz spazieren, die anderen haben sich zu engagierten Kriegsgegnern gewandelt. Viele Ex-Soldaten finden zurück in den zivilen Alltag. Millionen aber trugen bleibende Schäden an Körper und Seele davon.

Inwieweit dieses Feature auf die Obdachlosen, Kriegsversehrten und Veteranen, die unter der posttraumatischen Belastungsstörung oder den Folgen der angewandten DU-Munition erkrankt sind, geht aus dem Ankündigungstext nicht hervor.

15 Jun 07

Der so genannte Global Peace Index der Economist Intelligence Unit (EIU) bewertet 121 Länder nach insgesamt 24 Kriterien, darunter der Zahl der Inhaftierten und der Militärausgaben und stellte fest, dass Norwegen das friedlichste Land und Irak das kriegerischste sei.

Während die meisten europäischen Staaten in der oberen Hälfte der Liste auftauchen, kommen die USA erst auf Platz 96, Russland auf Platz 118 fast ganz am Ende. Israel liegt einen Platz dahinter auf Rang 119. (…)
Einkommen und Bildung seien dabei entscheidende Maßstäbe für die Friedfertigkeit.
Quelle: Yahoo, Studie: Norwegen ist das friedlichste Land der Welt, 30.05.2007

Vision of Humanity – Website des Global Peace Index

Wenn man Einkommen und Bildung entscheidend für den Frieden sind, sollten verantwortungsbewusste Politiker umgehend fordern: Kein Geld mehr für Rüstung und keine Subventionen an Konzerne, die Rüstungsgüter herstellen.

Jede Kanone, die gebaut wird, jedes Kriegsschiff, das vom Stapel gelassen wird, jede abgefeuerte Rakete bedeutet letztlich einen Diebstahl an denen, die hungern und nichts zu Essen bekommen, denen, die frieren und keine Kleidung haben. Eine Welt unter Waffen verpulvert nicht nur Geld allein. Sie verpulvert auch den Schweiß ihrer Arbeiter, den Geist ihrer Wissenschaftler und die Hoffnung ihrer Kinder.
Dwight D. Eisenhower in seiner Rede 1953 vor der American Society of Newspaper Editors

Und Albert Einstein schrieb nach dem I.WK:

Was für eine Welt könnten wir bauen, wenn wir die Kräfte, die ein Krieg entfesselt, für den Aufbau einsetzten. Ein Zehntel der Energien, die die kriegführenden Nationen im Weltkrieg verbraucht, ein Bruchteil des Geldes, das sie mit Handgranaten und Giftgasen verpulvert haben, wäre hinreichend, um den Menschen aller Länder zu einem menschenwürdigen Leben zu verhelfen sowie die Katastrophe der Arbeitslosigkeit in der Welt zu verhindern.
Quelle: Albert Einstein, Für einen militanten Pazifismus

Der Friedenspolitische Ratschlag fasst die Ergebnisse des Jahresberichtes 2007 des Stockholmer Friedensforschungsinstituts SIPRI zusammen:

Der von den USA ausgerufene „Krieg gegen den Terror“ hat die weltweiten Rüstungsausgaben auf neue Rekordhöhen getrieben. Wie das Stockholmer Friedensforschungsinstitut SIPRI (Stockholm International Peace Research Institute) am 11. Juni mitteilte, wurden im Vorjahr 1.204 Mrd. US-Dollar (900 Milliarden Euro) und damit pro Kopf der Weltbevölkerung 184 Dollar (137 Euro) für militärische Zwecke ausgegeben. Das waren 3,5 Prozent mehr als 2005. In den vergangenen zehn Jahren sind die Rüstungsausgaben weltweit um 37 Prozent gestiegen. Die 15 Staaten mit den höchsten Militärausgaben stehen für 83 Prozent der gesamten Weltausgaben für Militär und Rüstung.

Das meiste Militär leisten sich die USA. Die USA gaben im Vorjahr 528,7 Mrd. Dollar (396,2 Mrd. Euro) für militärische Zwecke aus und standen damit allein für knapp die Hälfte (46 %) der weltweiten Rüstungsausgaben. Bei der Steigerung gegenüber 2005 betrug der US-Anteil mit 62 Prozent sogar mehr als die Hälfte. Dabei fallen vor allem die Kriegsausgaben für Afghanistan und Irak ins Gewicht. SIPRI errechnete, dass die USA bis zum Jahr 2016 schätzungsweise 2.267 Mrd. Dollar allein für diese beiden Kriege ausgegeben haben wird. China überholte mit 49,5 Mrd. Dollar (37,1 Mrd. Euro) erstmals Japan (43,7 Mrd. Dollar) als das Land mit dem höchsten Militäretat Asiens.

Wer bisher noch naiv dachte, er könne den Friedensbemühungen der USA und EU im Nahen Osten vertrauen, der sollte sich folgenden Absatz durch den Kopf gehen lassen:

Allein im Vorjahr wurden dabei aus Deutschland Rüstungsgüter für 3,9 Milliarden Dollar ausgeführt und damit mehr als doppelt so viel wie 2005 mit 1,5 Milliarden Dollar. „Die USA und die EU-Länder versorgen weiter die Nahost-Region mit gewaltigen Mengen an Waffen“, sagte der zuständige SIPRI-Experte Siemon Wezeman. Unter den Top 10 der Waffeneinkäufer befinden sich fünf Länder des Nahen Ostens.

Radio Utopie schreibt:

Cindy Sheehan, die langjährige Frontfrau und Kämpferin gegen einen Krieg im Irak, der ihren Sohn Casey tötete, hat nicht aufgegeben. Sie hat sich zurückgezogen aus einer Bewegung, die nichts ist, nur eine Lüge. Sie hat sich zurückgezogen aus einer Partei (den Demokraten) die nichts ist, nur eine Lüge.

Den offenen Brief von Cindy Sheehan an die Demokratische Mehrheit im US-Kongress Warum ich die Demokratische Partei verlasse lesen Sie bei Lebenshaus Alb.

Wie viele unserer Kinder müssen noch sterben, wie viel vom Irak noch zerstört werden, bevor Sie alle mit der Entwirrung zufrieden sind? Wie viele Verbrechen darf BushCo noch begehen – bei kollabierenden Umfragewerten – bevor Sie endlich den politischen “Mut” finden, diese Leute zur Rechenschaft zu ziehen? Wenn sich Frau Pelosi in ihrem Kopf noch kein entwirrtes Bild vom Irak machen kann – was fehlt denn noch? Fast 700 000 Iraker wurden getötet, 4 Millionen wurden zu Flüchtlingen (was die USA leugnen). Wie viel schlimmer kann es noch kommen? Es wird noch schlimmer kommen, viel schlimmer – dank Ihrer Komplizenschaft.

Der in Schweinfurt stationierte US-Soldat Agustín Aguayo hatte seit Anfang 2004 vergeblich versucht, als Kriegsdienstverweigerer anerkannt zu werden. Schließlich verweigerte er sich einem erneuten Einsatz im Irak und floh im September 2006 aus der Armee. Wenige Wochen nach seiner Flucht stellte er sich und wurde zu einer Haftstrafe von acht Monaten verurteilt. (…)
„Wir freuen uns sehr, dass Agustín Aguayo nun durch die Verleihung des Stuttgarter Friedenspreises geehrt wird“, erklärte heute Rudi Friedrich, Sprecher von Connection. „Gerade seine Entscheidung, seine entschlossene Haltung gegen einen erneuten Einsatz im Irak öffentlich bekannt zu machen, hat viel dazu beigetragen, die Kritik an der Kriegspolitik der US-Regierung und der mit ihr Verbündeten zu stärken.“
Quelle: Linkszeitung, US-Verweigerer Agustin Aguayo erhält Stuttgarter Friedenspreis, 01.06.2007

Der Stuttgarter Friedenspreis wird am 21. Dezember 2007 im Rahmen einer Friedensgala in Stuttgart verliehen.

21 Apr 07

Die Organisationen MoveOn.org und VoteVets.org haben den Regisseur Oliver Stone mit einem 30-sekündigen Antikriegs-Fernsehspot beauftragt.

«Ich habe mich entschlossen, am Projekt mitzuwirken, weil ich als Kriegsveteran weiss, dass Amerika auf seine Männer und Frauen im Militärdienst hören muss», erklärte Stone, der vor seinem Filmstudium als Freiwilliger in Vietnam gekämpft hat.
Quelle: Klein Report, Oliver Stone dreht Werbespot, 21.04.2007

20 Apr 07

Agustin Aguayo wurde aus der Haft entlassen, das schreibt Connection e.V.. Aber Aguayo ist noch nicht aus der US-Armee entlassen worden. Die Verhandlung des Kriegsdienstverweigerers fand erst letzten Monat statt. Gegen das Urteil legte er Berufung ein. amnesty international adoptierte ihn als Gewissensgefangenen.

Anlässlich seiner Freilassung bedanken sich Connection e.V. und das Military Counseling Network im Namen von Agustín Aguayo für die wichtige und zahlreiche Unterstützung. Die Organisationen fordern zugleich die US-Armee auf, Agustín Aguayo endlich als Kriegsdienstverweigerer anzuerkennen und ihn aus dem Militär zu entlassen.
Quelle: Connection e.V., US-Verweigerer Agustín Aguayo aus der Haft entlassen, 18.04.2007

Am Dienstag, den 6. März wurde der amerikanische Soldat Agustin Aguayo von einem amerikanischen Militärgericht in Würzburg für schuldig befunden, Fahnenflucht begangen zu haben. Sein Urteil lautet auf acht Monaten Haft in einem Militärgefängnis. Außerdem wird er unehrenhaft aus der Armee entlassen und verliert damit seine Bezüge und Versorgungsleistungen. Der US-Militärstaatsanwalt hatte eine zweijährige Gefängnisstrafe für Aguayo beantragt.
Quelle: wsws.org, Irakkriegsverweigerer in Deutschland verurteilt, 13.03.2007