Großbritannien x

18 Feb 11

Früher forderten alte Männer gutes Benehmen von den Jungen. Heute ist es wohl umgekehrt.
Englische Querelen: Auf welcher Seite saßen hier die Pöbler? – Medien – Feuilleton – FAZ.NET.

10 Feb 11

Das Geld geht nach oben zu den Top-1%-People und zwar überall.

In Großbritannien existiert ein 120 Milliarden Pfund großes Steuerloch. Insbesondere Großunternehmen und reiche Individuen kommen oft ungeschoren davon.
So können sich beispielsweise reiche Multimillionäre in Großbritannien niederlassen und müssen dort nur 30.000 Pfund Pauschale pro Jahr zahlen. Während Normalverdiener oft rund die Hälfte ihres Gehalts versteuern müssen, brauchen die so genannten Non Doms nur ein Taschengeld zu zahlen. Dies geht aus einem umfangreichen Dokument der PCS über Alternativen zum Sparpaket hervor. Würden die Steuerlöcher gestopft, könnte der Haushalt sofort ausgeglichen werden.

via TP: Wo ist eigentlich das ganze Geld hin?.

13 Aug 09

In England hat man ja vor einiger Zeit ein Gesetz eingeführt, wonach man dafür in den Knast kommen kann, wenn man auf Ersuchen einer öffentlichen Stelle Kryptoschlüssel nicht offenlegt. Nun haben sie zwei Leute zu Gefängnis verurteilt, weil sie Daten nicht entschlüsselt haben. Ich glaube, uns stehen in den nächsten 10 Jahren noch so viel Mist und staatliche Gewalt bevor, daß die Kinderpornosperre als unbeachtliche Kleinigkeit bald in Vergessenheit geraten wird. Bin mal gespannt, wie lange es noch private Blogs geben wird.

Das Neo-Kryptoverbot und die Britische Kryptoanalyse

29 Okt 06

Wie schon von einigen vermutet, scheint Israel DU-Munition im Libanon benutzt zu haben. Erinnern Sie sich noch an das britische Missfallen, dass sie nicht über die us-amerikanische Waffenlieferung via einer Zwischenlandung auf dem schottischen Flughafen Glasgow informiert war?

Am Freitag nun berichtete der britische Independent, daß in zwei Proben aus Bombenkratern israelischer Waffen im Libanon eine erhöhte radioaktive Strahlung gemessen worden ist. Demnach lag der Anteil des Uran-Isotops U-238 mit einem Verhältnis von 108 Teilen zu 1 gegenüber Uran-235 wenn auch nur leicht über dem Verhältnis von in der Natur vorkommendem Uran und etwa dem vierfachen Wert von „abgereichertem“ Uran – also dem Abfallprodukt der Urananreicherung. Damit ist klar, daß Israel in den diese Explosionen verursachenden Bomben angereichertes – statt wie üblich in „bunkerbrechenden“ Waffen „abgereichertes“ – Uran eingesetzt hat.
Quelle: Freace.de, Tödlicher Staub, 28.10.2006

8 Okt 06

Es rumort in der britischen Armee und der Royal Air Force. Die Zahl der Soldaten, die sich „unerlaubt vom Dienst entfernen“, ist seit Beginn der Irak-Invasion auf das Dreifache gestiegen. Noch stärker zugenommen hat das Engagement von vielen Familien der im Irak und in Afghanistan eingesetzten Männer, sie bestreiten die Legalität und den Sinn der Operationen und kooperieren mit der Antikriegsbewegung. „Ein neuer Trend“, denkt Burgin, „ohne die zumindest stillschweigende Zustimmung ihrer Männer, Väter und Söhne würden sie dies nie tun.“ […]
Dennoch haben die Downing Street 10 und die Armee ein Problem: Sie finden nicht mehr genug Freiwillige. Die britische Armee (sie umfasst 110.000 Männer und Frauen, vom Sanitätspersonal bis zu PC-Spezialisten) braucht pro Jahr 10.000 bis 20.000 neue Rekruten, um einsatzfähig zu bleiben. In Schottland, einem traditionellen Rekrutierungsgebiet, ist die Zahl der Freiwilligen merklich gesunken. Ein Grund dafür mag sein, dass die Schotten die Irakpolitik der Labour-Regierung entschiedener ablehnen als viele Engländer. Aber vielleicht ist es auch auf das Engagement von Leuten wie Rose Gentle zurückzuführen. Ihr Sohn starb 2004 in Basra. Seither geht sie von Schule zu Schule, um dort werbenden Militärs entgegen zu treten und den Jungen zu erzählen, wie es war, als ihr Gordon in den Krieg zog und nicht mehr zurückkam.
Quelle: Freitag 38, Lieutenant Kendall-Smith und die Kabelschneider, 22.09.2006

Mehr Infos zum Thema etwa bei der Organisation Military Families against the War und bei Stop the War Coalition

13 Aug 06

Harold Pinter, todkrank, hielt per Video seine Literaturnobelpreisrede. Sie ist die Bemerkenswerteste, die ich kenne.

Die Invasion des Irak war ein Banditenakt, ein Akt von unverhohlenem Staatsterrorismus, der die absolute Verachtung des Prinzips von internationalem Recht demonstrierte. Die Invasion war ein willkürlicher Militäreinsatz, ausgelöst durch einen ganzen Berg von Lügen und die üble Manipulation der Medien und somit der Öffentlichkeit; ein Akt zur Konsolidierung der militärischen und ökonomischen Kontrolle Amerikas im mittleren Osten unter der Maske der Befreiung, letztes Mittel, nachdem alle anderen Rechtfertigungen sich nicht hatten rechtfertigen lassen. Eine beeindruckende Demonstration einer Militärmacht, die für den Tod und die Verstümmelung abertausender Unschuldiger verantwortlich ist. Wir haben dem irakischen Volk Folter, Splitterbomben, abgereichertes Uran, zahllose, willkürliche Mordtaten, Elend, Erniedrigung und Tod gebracht und nennen es „dem mittleren Osten Freiheit und Demokratie bringen“. Wie viele Menschen muss man töten, bis man sich die Bezeichnung verdient hat, ein Massenmörder und Kriegsverbrecher zu sein? Einhunderttausend? Mehr als genug, würde ich meinen. Deshalb ist es nur gerecht, dass Bush und Blair vor den Internationalen Strafgerichtshof kommen.
Quelle: Harold Pinter – Nobelvorlesung, Kunst, Wahrheit & Politik, 07.12.2005

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