Eugen Drewermann x

14 Feb 11

Das ist wirklich eine Rede!
Rede von Eugen Drewermann auf der Friedenskundgebung gegen die Münchner „Sicherheitskonferenz“ am 5. Februar 2011.
Eugen Drewermann: „Man macht euch zu bezahlten Auftragsmördern. Dem solltet ihr euch verweigern“ | Lebenshaus Schwäbische Alb.

8 Mai 07

Während des diesjährigen Ostermarsches sprach Dr. Eugen Drewermann am 8. April bei der 104. Protestwanderung in der Ruppiner Heide in Fretzdorf.

Wie schwer ist es in unserer mörderisch wütenden Friedenspolitik, daran zu erinnern, daß »Du sollst nicht töten!« mit Sicherheit heißt: »Du sollst dich nicht mit 18 Jahren zwingen lassen zu trainieren, wie man am effizientesten mordet!«

Es gibt eine Menge wirtschaftlicher Gründe, gegen den Krieg und gegen jede Kriegsvorbereitung zu sein. Wir in Deutschland zahlen ungefähr dreißig Milliarden Euro nur für Rüstung jedes Jahr. Das bedeutet etwa täglich 100 Millionen Euro, die wir verpulvern.
Quelle: junge Welt, Hineinlügen in die »humanitären« Kriege, 08.05.2007

2 Apr 07

Eugen Drewermann in seiner Erich Fromm Lecture 2007  zur Verleihung des Erich-Fromm-Preises an ihn und Konstantin Wecker:

Ich glaube nicht, daß die Kirchen das Recht haben, zu erklären, Jesus habe die Welt erlöst, solange es in der Welt Krieg und die ständige Bereitschaft zum Krieg gibt und solange die überall legalisierte Erziehung vor allem der jungen Menschen zur Kriegstauglichkeit existiert und zum potentiellen Mord auf Staatsbefehl eingesetzt werden kann. Eine Welt, die auf die Gefahr der Gewalt bis heute keine andere Antwort zuläßt als die organisierte Gegengewalt, befindet sich weit außerhalb des Paradieses, es ist eine Kain-und-Abel-Welt. Mit Augustinus gesprochen: Sie zählt zum Reich der Räuberbanden, nicht zur Welt der Erlösung.
Quelle: junge Welt, Opium oder Optimum, 02.04.2007

Dr. Eugen Drewermann und Konstantin Wecker erhielten für ihr friedenspolitisches Engagement den Erich-Fromm-Preis 2007. Die Laudatio auf die Preisträger hielt Dr. Norbert Copray. Sie ist nachzulesen bei hagalil.

Gewaltfreier Protest, Ungehorsam und Zivilcourage. Das sind Fromm wichtige Begriffe. Allein über den „Ungehorsam“ hat Erich Fromm eine eigene Abhandlung geschrieben. Akte des Ungehorsams sind für ihn wichtig, weil nur durch Nein-Sagen gegenüber Machthabern Entwicklungen möglich waren, auch die intellektuelle Entwicklung, um neue Ideen und Veränderungen einzuleiten (Der Ungehorsam als ein psychologisches und ethisches Problem, 1963). Fromm: „Wenn ein Mensch nur gehorchen und nicht auch den Gehorsam verweigern kann, dann ist er ein Sklave; wenn er nur ungehorsam und nicht auch gehorchen kann, ist er ein Rebell und kein Revolutionär; er handelt dann aua Zorn, aus Enttäuschung und Ressentiment und nicht aus Überzeugung und Prinzip“ (E. Fromm 1963d, GA IX, S. 369). Fromm befürchtet, dass der „Organisationsmensch“ unserer hypermodernen Gesellschaft die Fähigkeit zum Ungehorsam verloren hat, weil er nicht einmal mehr merkt, „dass er gehorcht. An diesem Punkt der Geschichte könnte möglicherweise allein die Fähigkeit zu zweifeln, zu kritisieren und ungehorsam zu sein, über die Zukunft für die Menschheit oder über das Ende der Zivilisation entscheiden“ (ebd., S. 374).

Doch es gibt viele, viel mehr als wir sehen und denken, die ungehorsam geworden und zu einem wirklichen Leben unterwegs sind.
Quelle: hagalil.com, Erich-Fromm-Preis 2007 für Dr. Eugen Drewermann und Konstantin Wecker, 29.03.2007