Verrat am Mitgeteilten

Ein solches intellektuelles Jammertal, ein demoralisierendes Kampffeld, spiegelt sich in jenen Tagen in unseren Straßen wider. Es ist Wahlkampf: Gesichter, Brüste und Parolen prangern von Plakaten. Die verschlagwortisierte Gesellschaft wirft mit Wortfetzen um sich, die keiner erst verstehen muß, weil sie an sich sowieso schon verständlich sind, weil man ohnehin wusste, was gemeint war. Der Wahlkampf ist die absolute Perversion des verstümmelten Wortes, ist die höchste Disziplin des Sprechens, ohne dabei etwas zu sagen, dabei aber den Zuhörern Glauben machend, genau das gesagt zu haben, was ihnen schon immer unter den Nägeln brannte. Es ist die Kunstfertigkeit, den entwöhnten Menschen handzuhaben.

Verrat am Mitgeteilten

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