Cindy Sheehan über die us-amerikanische Antikriegsbewegung

Die Antikriegsbewegung hat in vielerlei Hinsicht versagt. Erstens gibt es in Amerika zu viele gleichgültige Menschen – wie der Passagier hier neben mir. Wie kann man nur so gleichgültig sein, angesichts all der Toten und der Zerstörung? Selbst die (noch) Verwirrten, die den Krieg nach wie vor unterstützen, haben zumindest eine Meinung. Zweitens hat die Antikriegsbewegung hinsichtlich ihres Einflusses auf den Gesetzgeber versagt. Wenn Gruppierungen wie MoveOn, die für die Okkupation sind, als „Antikriegslinke“ gepriesen werden, wenn unsere Kongress-Führer auf solche Leute hören und deren korrupte Umfragen benutzen, um Republikaner, die theoretisch gegen den Krieg sind, weich zu klopfen, damit sie einem Gesetz zustimmen, das unsere Truppenpräsenz im Irak endlos ausdehnen würde, dann heißt das doch, die echte Friedensbewegung war nicht effektiv, sie hat ihre Botschaft nicht deutlich zum Ausdruck gebracht.
Ein weiteres Ziel der Antikriegsbewegung sollte es sein, die überwiegende Mehrheit der Amerikaner – die gegen die Irakbesatzung ist -, dazu zu bewegen, von der Couch aufzustehen und auf die Straße zu gehen. Die Führer unseres Landes profitieren auf geradezu obszöne Weise von der Kriegsmaschinerie und fühlen sich sehr, sehr wohl dabei. Nur eine massive Revolte an der Wahlurne kann diesen Kriegsprofiteuren ihr Geschäft verderben, nur eine Rebellion kann unsere gewählten Offiziellen dazu zwingen, uns zu vertreten – und nicht die Reichen.
Quelle: ZNet Deutschland, Cindy Sheehan, Nummer 3291, 15.04.2007

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