Erich-Fromm-Preis 2007: Eugen Drewermann und Konstantin Wecker

Dr. Eugen Drewermann und Konstantin Wecker erhielten für ihr friedenspolitisches Engagement den Erich-Fromm-Preis 2007. Die Laudatio auf die Preisträger hielt Dr. Norbert Copray. Sie ist nachzulesen bei hagalil.

Gewaltfreier Protest, Ungehorsam und Zivilcourage. Das sind Fromm wichtige Begriffe. Allein über den „Ungehorsam“ hat Erich Fromm eine eigene Abhandlung geschrieben. Akte des Ungehorsams sind für ihn wichtig, weil nur durch Nein-Sagen gegenüber Machthabern Entwicklungen möglich waren, auch die intellektuelle Entwicklung, um neue Ideen und Veränderungen einzuleiten (Der Ungehorsam als ein psychologisches und ethisches Problem, 1963). Fromm: „Wenn ein Mensch nur gehorchen und nicht auch den Gehorsam verweigern kann, dann ist er ein Sklave; wenn er nur ungehorsam und nicht auch gehorchen kann, ist er ein Rebell und kein Revolutionär; er handelt dann aua Zorn, aus Enttäuschung und Ressentiment und nicht aus Überzeugung und Prinzip“ (E. Fromm 1963d, GA IX, S. 369). Fromm befürchtet, dass der „Organisationsmensch“ unserer hypermodernen Gesellschaft die Fähigkeit zum Ungehorsam verloren hat, weil er nicht einmal mehr merkt, „dass er gehorcht. An diesem Punkt der Geschichte könnte möglicherweise allein die Fähigkeit zu zweifeln, zu kritisieren und ungehorsam zu sein, über die Zukunft für die Menschheit oder über das Ende der Zivilisation entscheiden“ (ebd., S. 374).

Doch es gibt viele, viel mehr als wir sehen und denken, die ungehorsam geworden und zu einem wirklichen Leben unterwegs sind.
Quelle: hagalil.com, Erich-Fromm-Preis 2007 für Dr. Eugen Drewermann und Konstantin Wecker, 29.03.2007

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