Eine Kain-und-Abel-Welt

Eugen Drewermann in seiner Erich Fromm Lecture 2007  zur Verleihung des Erich-Fromm-Preises an ihn und Konstantin Wecker:

Ich glaube nicht, daß die Kirchen das Recht haben, zu erklären, Jesus habe die Welt erlöst, solange es in der Welt Krieg und die ständige Bereitschaft zum Krieg gibt und solange die überall legalisierte Erziehung vor allem der jungen Menschen zur Kriegstauglichkeit existiert und zum potentiellen Mord auf Staatsbefehl eingesetzt werden kann. Eine Welt, die auf die Gefahr der Gewalt bis heute keine andere Antwort zuläßt als die organisierte Gegengewalt, befindet sich weit außerhalb des Paradieses, es ist eine Kain-und-Abel-Welt. Mit Augustinus gesprochen: Sie zählt zum Reich der Räuberbanden, nicht zur Welt der Erlösung.
Quelle: junge Welt, Opium oder Optimum, 02.04.2007

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