Wir sind lieber Soldaten als arbeitslos

Auch in Deutschland wird die Bundeswehr immer mehr zum scheinbaren Sprungbrett aus der Misere. Der Artikel berichtet über junge Hamburger, die aus der Not Militärdienst leisten.

Louven weist die Kritik zurück: „Gute Arbeit wird gut bezahlt – bei uns und in der Wirtschaft.“ Der größte Befürworter seines Attraktivitätsprogramms ist eine Statistik: 67 Prozent der Unteroffiziere haben die Realschule und eine Berufsausbildung abgeschlossen. Die übrigen 33 Prozent sind Hauptschüler und Abiturienten. 26 Studiengänge an Bundeswehr- und zivilen Universitäten stehen zur Auswahl. BAföG ist ein Fremdwort: Unabhängig von der Uni, erhalten die Studierenden vom ersten Semester bis zum Examen zwischen 1400 und 1600 Euro netto. Aber auch das hat einen Haken: In erster Linie sind der Student, die Krankenschwester und der Fahrzeuglackierer Soldaten. Und das bedeutet Auslandseinsatz, mindestens vier Monate in Afghanistan, im Kosovo oder vor der libanesischen Küste. „Kommt es zu extremen Kampfhandlungen, muss jeder zur Waffe greifen, auch die Krankenschwester“, so Louven. „Das soll sich jeder vor Augen halten, bevor er sich bei uns bewirbt.“
Quelle: Hamburger Abendblatt, Wir sind lieber Soldaten als arbeitslos, 06.02.2007

Deutschland wird am Hindukusch verteidigt, sagte Struck, aber welches Deutschland meint er? Meint er die Millionen Menschen, die in Deutschland leben oder ist es eher zutreffend, dass er damit die Millionen Euro gemeint hat, die die Wirtschaft gerne als Profit durch Rüstungsausgaben, Terrorabwehr, den Wiederaufbau nach der durch die von ihnen hergestellten Waffen erschaffene Zerstörung usw. verdienen will?

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