Watada: Kommentar als Beitrag

Thomas Trueten schrieb: Vielen Dank für den Beitrag! Ich finde es wirklich gut, dass inzwischen doch deutlich mehr Medien sich dieses Themas annehmen. Hinweise zu den Motiven Ehren Watadas, die deutlich über die blosse Kritik am Irakkrieg hinausgehen, fehlen jedoch meistens. In Deutschland hat – von einigen wenigen Ausnahmen abgesehen – die Bloggerszene einen nicht unwesentlichen Anteil am Bekanntwerden des Falls.

Hier mein letzter Bericht – von heute:

Fort Lewis/Washington USA: Während vor den Toren von Ft. Lewis über eintausend Menschen und verschiedene Organisationen wie den „Iraq Veterans Against the War“mit zahlreichen Transparenten, Plakaten und riesigen Puppen von den “Tacoma Puppetistas” für Ehren Watada demonstrierten, wurde im Gerichtssaal vor allem eines deutlich: Der Prozess gegen Ehren Watada ist von vorne herein ein Schauprozess. Die Washington Post schreibt, daß der Vorsitzende Richter Lt. Col. John Head praktisch alle Zeugen der Anklage abgelehnt hat. Wie bereits berichtet, steht die Frage nach der Illegalität des Krieges für den Richter nicht zur Diskussion. Ehren Watada’s Anwalt, Eric Seitz, fand diese Entscheidungen „lächerlich“ bis „grausam“. Er kommentierte die Entscheidung des Richters: „Es ist offensichtlich, dass wir in diesem
Gerichtssaal nichts zu melden haben.“

Inzwischen haben sich eine Reihe prominenter Persönlichkeiten, darunter die für ihre kritische Haltung bekannten Kulturschaffenden Willie Nelson, Harry Belafonte, Mike Farrell, Ed Asner, Randi Rhodes, Susan Sarandon, Martin Sheen und andere, aber auch der Friedensnobelpreisträger Erzbischof Desmond Tutu auf die Seite Watadas gestellt. Während der Verhandlungen wurde aber auch gegen Ehren Watada demonstriert: Die Gegendemonstranten fanden ihn zum Teil nicht würdig, das „Land zu verteidigen“ oder beschimpften ihn auch als „Feigling“.

Fest steht jetzt schon, daß Watada nicht freigesprochen werden kann. Denn besonders unter jungen US-Offizieren gibt es viele scharfe Kritiker des Irak-Krieges und damit potentielle Nachahmer, wie Agustin Aguayo, Ivan Brobeck, Kyle Snyder, Suzanne Swift und etliche andere. Sicherlich ist dies auch ein Ergebnis davon, daß die U.S. Friedensbewegung zusehends stärker wird. Das kann sich die U.S. Regierung unter der Führung von G.W. Bush unter keinen Umständen leisten. G.W. Bush will sich etwas anderes leisten: Er hat vom Kongress für das Haushaltsjahr 2008 insgesamt 141,7 Milliarden Dollar (110 Milliarden Euro) für die Kriegseskalation verlangt. Dazu werden 21500 weitere Soldaten in den Irak verlegt. Parallel zu diesem wohl unmittelbar bevorstehenden Großangriff auf in Bagdad vermutete Widerstandskämpfer – pardon – „Terroristen“ wird Iran vorbereitet. Nach verschiedenen Plänen sollen bis zu 90.000 Soldaten und Polizisten an der Aktion beteiligt werden. In Teheran werden die wahren Drahtzieher der Unruhen im Irak vermutet, denen in den letzten Tagen wieder hunderte von Menschen zum Opfer fielen.

Nicht in den U.S.A.

Vor Gericht steht deshalb im Grunde der oberste Kriegsherr G.W. Bush und mit ihm seine ganze Regierung und der von ihm unter Verwendung von Lügen initierte und damit illegale U.S. Krieg. Dieser wird aus „Profitinteressen“ und der „imperialistischen Vorherrschaft“ (Ehren Watada) wegen geführt. Dem ist eigentlich nichts mehr hinzuzufügen.

Bericht mit zahlreichen Links, Fotos usw:
http://www.trueten.de
http://www.trueten.de/plugin/tag/ehren+watada

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