Ehren Watada in Medien und Blogs

Verräter oder Held

Oberleutnant Watada hat das, was im deutschen Recht Befehlsnotstand heißt, für sich geltend gemacht. „Weil der Befehl, bei einer illegalen Handlung mitzumachen, am Ende auch illegal ist, muss ich als ein Offizier mit Ehre und Anstand diesen Befehl verweigern‘“, sagte er öffentlich zur Begründung.
Quelle: Süddeutsche, Verräter oder Held, 07.02.2007

Unmoralisch und verfassungswidrig

Bei einem Schuldspruch drohen Watada laut der Zeitung «Seattle Times» vier Jahre Haft. In den vergangenen Monaten hat der Offizier an zahlreichen Anti-Kriegs-Aktionen teilgenommen. Watada ist wie alle amerikanischen Soldaten freiwillig in die Armee eingetreten, eine Wehrpflicht gibt es in den USA seit 1973 nicht mehr.
Quelle: NZZ, Unmoralisch und verfassungswidrig, 06.02.2007

Watada darf praktisch keine Zeugen aufrufen

Der Prozess gegen den Irakkriegsverweigerer Ehren Watada entwickelt sich immer deutlicher zum politischen Scheinprozess. Watada hatte sich geweigert für die USA in den Irakkrieg zu ziehen, weil er den Krieg für illegal hält. Im Vorfeld des Verfahrens hatte der Richter bereits entschieden, dass Watadas Anwälte diese Illegalität des Irakkrieges überhaupt nicht thematisieren dürfen.

Und nun hat der Richter in den ersten Verhandlungstagen praktisch alle von Watadas Anwälten eingeplanten Zeugen abgelehnt:
Quelle: Politblog.net, Watada darf praktisch keine Zeugen aufrufen, 07.02.2007

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Ein Kommentar zu Ehren Watada in Medien und Blogs

  1. Vielen Dank für den Beitrag! Ich finde es wirklich gut, dass inzwischen doch deutlich mehr Medien sich dieses Themas annehmen. Hinweise zu den Motiven Ehren Watadas, die deutlich über die blosse Kritik am Irakkrieg hinausgehen, fehlen jedoch meistens. In Deutschland hat – von einigen wenigen Ausnahmen abgesehen – die Bloggerszene einen nicht unwesentlichen Anteil am Bekanntwerden des Falls.

    Hier mein letzter Bericht – von heute:

    Fort Lewis/Washington USA: Während vor den Toren von Ft. Lewis über
    eintausend Menschen und verschiedene Organisationen wie den „Iraq
    Veterans Against the War“mit zahlreichen Transparenten, Plakaten und
    riesigen Puppen von den “Tacoma Puppetistas” für Ehren Watada
    demonstrierten, wurde im Gerichtssaal vor allem eines deutlich: Der
    Prozess gegen Ehren Watada ist von vorne herein ein Schauprozess. Die
    Washington Post schreibt, daß der Vorsitzende Richter Lt. Col. John Head
    praktisch alle Zeugen der Anklage abgelehnt hat. Wie bereits berichtet,
    steht die Frage nach der Illegalität des Krieges für den Richter nicht
    zur Diskussion. Ehren Watada’s Anwalt, Eric Seitz, fand diese
    Entscheidungen „lächerlich“ bis „grausam“. Er kommentierte die
    Entscheidung des Richters: „Es ist offensichtlich, dass wir in diesem
    Gerichtssaal nichts zu melden haben.“

    Inzwischen haben sich eine Reihe prominenter Persönlichkeiten, darunter
    die für ihre kritische Haltung bekannten Kulturschaffenden Willie
    Nelson, Harry Belafonte, Mike Farrell, Ed Asner, Randi Rhodes, Susan
    Sarandon, Martin Sheen und andere, aber auch der
    Friedensnobelpreisträger Erzbischof Desmond Tutu auf die Seite Watadas
    gestellt. Während der Verhandlungen wurde aber auch gegen Ehren Watada
    demonstriert: Die Gegendemonstranten fanden ihn zum Teil nicht würdig,
    das „Land zu verteidigen“ oder beschimpften ihn auch als „Feigling“.

    Fest steht jetzt schon, daß Watada nicht freigesprochen werden kann.
    Denn besonders unter jungen US-Offizieren gibt es viele scharfe Kritiker
    des Irak-Krieges und damit potentielle Nachahmer, wie Agustin Aguayo,
    Ivan Brobeck, Kyle Snyder, Suzanne Swift und etliche andere. Sicherlich
    ist dies auch ein Ergebnis davon, daß die U.S. Friedensbewegung
    zusehends stärker wird. Das kann sich die U.S. Regierung unter der
    Führung von G.W. Bush unter keinen Umständen leisten. G.W. Bush will
    sich etwas anderes leisten: Er hat vom Kongress für das Haushaltsjahr
    2008 insgesamt 141,7 Milliarden Dollar (110 Milliarden Euro) für die
    Kriegseskalation verlangt. Dazu werden 21500 weitere Soldaten in den
    Irak verlegt. Parallel zu diesem wohl unmittelbar bevorstehenden
    Großangriff auf in Bagdad vermutete Widerstandskämpfer – pardon –
    „Terroristen“ wird Iran vorbereitet. Nach verschiedenen Plänen sollen
    bis zu 90.000 Soldaten und Polizisten an der Aktion beteiligt werden. In
    Teheran werden die wahren Drahtzieher der Unruhen im Irak vermutet,
    denen in den letzten Tagen wieder hunderte von Menschen zum Opfer fielen.

    Nicht in den U.S.A.

    Vor Gericht steht deshalb im Grunde der oberste Kriegsherr G.W. Bush und
    mit ihm seine ganze Regierung und der von ihm unter Verwendung von Lügen
    initierte und damit illegale U.S. Krieg. Dieser wird aus
    „Profitinteressen“ und der „imperialistischen Vorherrschaft“ (Ehren
    Watada) wegen geführt. Dem ist eigentlich nichts mehr hinzuzufügen.

    Bericht mit zahlreichen Links, Fotos usw:

    http://www.trueten.de/archives/1308-Ehren-Watada-Richter-lehnt-Zeugen-ab-Sympathiekundgebungen-und-Beschimpfungen-vor-der-Verhandlung.html
    http://www.trueten.de/plugin/tag/ehren+watada

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