Ein Veteran erzählt, wie Afghanistan wirklich ist

Groß ist die Empörung über Bundeswehr-Soldaten, die in Afghanistan mit einem Totenkopf spielen. Vom Alltag der Soldaten kann Peter Hämmerle erzählen, der bis 2003 dort diente. Er leidet heute unter den traumatischen Erlebnissen des Einsatzes. Und das tun immer mehr Soldaten. […]

Wie leben Sie heute mit der PTBS?

Ich würde eher sagen, ich überlebe. Ich schlafe nur mit Tabletten ein und wache nur mit Tabletten wieder auf. Nachts fange ich an zu zittern. Damit ich das Pfeifen im Ohr nicht höre, lasse ich nachts das Radio an. Meine Freundin hat sich schon daran gewähnt. Wenn ich mit ihr oder meiner Tochter zusammen bin, komme ich zur Ruhe. Tagsüber habe ich Flashbacks, bei denen die Bilder wieder auftauchen. Vom Kameraden ohne Kopf, von den Fliegen. Den Blutgeruch habe ich immer in der Nase. Ich hab mir schon Tigerbalsam unter die Nase gerieben. Aber das hilft nicht. 2004 wurde ein Gehirntumor festgestellt. Der wurde schon ein paarmal entfernt, aber er kam immer wieder. Weil ich als Reservist nur eine kleine Rente bekomme, stehe ich vor dem finanziellen Ruin. Ich wurde beim Einsatz dienstunfähig, also kämpfe ich darum, wie ein aktiver Feldwebel bezahlt zu werden. Im November muss ich wieder nach Hamburg ins Bundeswehrkrankenhaus. Ich soll mal wieder untersucht werden, ob ich wirklich PTBS habe. Ich werde von einer Dienststelle an die nächste weitergereicht.
Quelle: taz, Ich rieche immer noch das Blut, 27.10.2006

Über PTBS handelt der Beitrag Kriegstrauma – 640 deutsche Soldaten krank im Peaceblog. Die heutige taz schreibt im Brennpunkt über Das Trauma in der Friedenstruppe.

Ich frage mich, ob der bei Peter Hämmerle diagnostizierte Gehirntumor auf den Einsatz von DU-Munition zurückzuführen ist?
Mehr Infos über DU-Munition u.a. bei der AG Friedensforschung, die sehr ausführlich über den weltweiten Einsatz unter DU-Geschosse – Waffen mit abgereichertem Uran informiert, oder schauen Sie unter DU-Munition in wikipedia nach. Danach wissen Sie mehr über die langanhaltenden Wirkungen dieser Munition und warum sie ebenso wie Landminen und Streumunition und anderer Kriegsdreck geächtet und gar nicht mehr hergestellt werden sollte.

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