„Nicht in unserem Namen!“

Felicia Langer, Trägerin des alternativen Nobelpreises und 23 Jahre lang Menschenrechtsanwältin in Israel, als Rednerin bei der Auftaktkundgebung des Friedensforum Köln am Antikriegstag sagte unter Anderem:

Und was die Verurteilung von Israels Taten betrifft, so geht das auch Deutschland an: Deutschland akzeptiert die israelische Politik aus missverstandener historischer Verantwortung! […]
Und ich sage Ihnen: Israel hat kein Recht, unsere Toten, die Toten des Holocaust zu missbrauchen, um die Welt zum Schweigen zu bringen und weiter ungestört seine aggressive Politik, die auch eine Tragödie für die Israelis ist, fortsetzen zu können! Die Toten können sich nicht wehren, aber wir, die Überlebenden und die Nachkommen, wehren uns und sagen: „Nicht in unserem Namen!“

An diesem Antikriegstag sage ich Ihnen als eine, die als Kind den ersten Kriegstag, den 1.September 1939, erlebt hat: Unsere Herzen schlagen mit den Entrechteten und Geschundenen überall! Wir werden sie nie vergessen! Zusammen sind wir stark, wir haben die Macht der Gerechtigkeit und der internationalen Solidarität! Zusammen, für den gerechten Frieden im Nahen Osten! Für alle!
Quelle: NRhZ, „Nicht in unserem Namen!“, 05.09.2006

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Ein Kommentar zu „Nicht in unserem Namen!“

  1. @Felicia Langer…Auch bei der Abstimmung im Deutschen Bundestag (Nahosteinsatz, 20.9.2006) steht die Frage im Raum, ob Menschenrechte teilbar sind. „Die Argumentationslinie ‚Wer nicht für den Nahost-Einsatz ist – ist gegen Israel‘ : Eine gefährliche Argumentationslinie, wie ich finde.“ (PHOENIX am 19.9.06). Bei einem Teil der Opposition im Bundestag hat die Drohung mit dem Antisemitismus-Vorwurf offenbar bereits gewirkt.

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