Darf ein (Kriegs-)Verbrecher Präsident der USA sein?

Bush nach Den Haag?
Nach den heute üblichen Kriterien, die seit dem Zweiten Weltkrieg massgeblich von den USA beeinflusst worden sind, müsste praktisch die gesamte Bush-Administration vor einem Kriegsverbrecher-Tribunal in Den Haag angeklagt werden. Stattdessen wird den Damen und Herren aus Übersee von den Regierenden in Europa Puderzucker in den Hintern geblasen. «Nichts sehen, nichts hören, nichts sagen» heisst die Devise: in Deutschland, Österreich, in der Schweiz und anderswo – aus lauter Angst vor (wirtschaftlichen) Nachteilen. Am G8-Gipfel in St. Petersburg liess sich die deutsche Bundeskanzlerin vom US-Präsidenten sogar betatschen4 (was immerhin in den USA zu einer für ihn unliebsamen und hitzigen Diskussion führte: statt als «oberster Befehlshaber» wurde er als «oberster Grabscher» betitelt). Nun ist ja klar: Bush ist der (militärisch und in gewisser Weise auch wirtschaftlich) mächtigste Mann der Welt, den man nicht ohne weiteres nach Den Haag schleppen kann. Aber was jeder tun kann: den Kerl und seine Clique einfach ignorieren, stehen lassen, die Hand verweigern – auch um sich nicht selber zu beschmutzen. Wenn das genügend Menschen praktizieren, wird Herr Bush plötzlich machtlos, ohne Einfluss. Oder wie Felicia Langer in Stralsund sagte: «Mr. President, Sie haben die Macht der Waffen und des Geldes, wir haben die Macht der Gerechtigkeit und der menschlichen Solidarität, überall! Eine gewaltige Weltmacht … Und sie ist die Hoffnung der Zukunft!»
Quelle: Der Europäer, Apropos 27, Boris Bernstein, Darf ein (Kriegs-)Verbrecher Präsident der USA sein?, PDF-Datei, Jg. 10 / Nr. 11 / September 2006

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