Pressestimmen – 07. – 13.08.2006

Süddeutsche Zeitung, Wahrheit in der Wüste, Rudolph Chimelli, 09.08.2006

Wie aus Todes-Schwadronen „Elite-Formationen“ werden: Die Regierungen im Nahen Osten sind Meister der Desinformation – viele Medien sind nicht in der Lage, die Lügen aufzudecken. […]

Wer gern kritischer Zuschauer wäre, hat davon keine Ahnung. Vietnam war der letzte Krieg, den die Medien weitgehend nach eigenen Erkenntnissen darstellen konnten. Die Vertreter des Militärs haben ihre Lektion gelernt: Heute berichten „eingebettete Journalisten“ – ein neues Wort aus dem Irak-Feldzug – zwangsläufig mit militärischen Scheuklappen. Sie sehen das Geschehen durch das Visier des Schützen, nicht mit den Augen des Getroffenen.

Wie Berichte über Krisen und Kriege entstehen oder besser kritische Berichte nicht mehr entstehen können.


taz, Die falschen Freunde, Kommentar von Tsafrir Cohen, 11.08.2006

Nicht erst seit dem Libanonkrieg liegen Israel und die USA politisch ganz auf einer Linie. Doch auf beiden Seiten mehren sich die Stimmen, die diese Allianz für gefährlich halten

Der Kommentar fordert eine Emanzipation Europas von der USA und eine kritische Distanz zu Israel.


Telepolis, Armageddon und der apokalyptische „Holocaust“, Peter Bürger, 12.08.2006

Hinter der „pro-israelischen“ Haltung evangelikaler Endzeitchristen in den USA verbirgt sich ein schlimmer Antijudaismus.
Nicht nur in den „neokonservativen“ Denkfabriken der USA spricht man leichfertig, bisweilen begeistert vom dritten oder vierten Weltkrieg. Auch unter evangelikalen Endzeitchristen werden alle Vorboten eines neuen großen Krieges begrüßt. Erwartet wird in allernächster Zeit die letzte Schlacht, die dieser verdorbenen Welt ein Ende bereitet. Da ein „Israel in biblischen Grenzen“ Schauplatz des Endzeitkampfes zwischen Gut und Böse sein wird, gibt man sich „pro-israelisch“. Ob Israels Botschafter in den USA, Daniel Ayalon, bei seinen Begegnungen mit der Armageddon-Lobby wirklich weiß, welche Aussichten die christlichen Fundamentalisten für jene Juden bereit halten, die am Ende aller Tage den „wahren Messias Jesus Christus“ nicht anerkennen wollen?

Der Fundamentalismus ist nicht nur im Islam zu finden. Wenn Bush von Islamic Fascists redet, dann sollte man als aufgeklärter Mensch die faschistischen Strömungen in den beiden anderen monotheistischen Religionen nicht unterschlagen. Peter Bürger fasst in diesem Artikel die fundamentalistischen Strömungen nicht nur in den USA zusammen. Man sollte sich auch durch die entstandene Diskussion lesen, weil hier sehr viele weitere Informationen zu finden sind.


futurezone.ORF.at, Nahost-Konflikt erfasst auch das Netz, 12.08.2006

Die Kämpfe zwischen Israel und der Hisbollah hinterlassen im Netz ihre Spuren. Weltweit werden Server angegriffen und Websites mit Antikriegsbotschaften versehen. In Weblogs verschaffen sich die „Gegner“ aber auch gegenseitigen Zuspruch.

Jenseits der Mainstreammedien und destruktiven Hacks finden sich im Netz Dialoge und aufklärende Seiten. Kriegspropaganda lässt sich so leichter entlarven.

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