Die Sühne für vergangene Verbrechen darf niemals zur Duldung aktueller Verbrechen führen

Die Sühne für vergangene Verbrechen darf niemals zur Duldung aktueller Verbrechen führen. Die moralische Herausforderung, die sich daraus für die Deutschen ergibt, könnte nicht größer sein. Sie besteht darin, einerseits der Verantwortung gerecht zu werden, die ihnen aus den Verbrechen des ‚Dritten Reichs‘ gegen das jüdische Volk erwächst, es andererseits aber auch nicht zuzulassen, daß ihnen aufgrund dieses schrecklichen Vermächtnisses das Recht abgesprochen wird, aktuelle Verbrechen anzuprangern, nur weil diese von einem Staat begangen werden, der sich als jüdisch definiert. Sich dieser Herausforderung zu stellen, ist in Wahrheit die würdigste Form der Holocaust-Erinnerung.
Quelle: Norman G. Finkelstein, Antisemitismus als politische Waffe, S.20., Piper, 2006

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